Pulsdiagnose in der TCM

Die Pulsdiagnose gilt in der TCM als die aussagekräftigste Diagnostik. Dem Therapeuten wird ein hohes Maß an Erfahrung und Feingefühl abverlangt um erfolgreich auf dem Gebiet der Pulstastung zu sein. Nach vorher gestellter Anamnese und Durchführung der Zungendiagnostik schließt sich die Pulsdiagnose an.


Allgemeines
Ein normaler Puls hat eine Frequenz von 4 Schlägen pro Atemzug und ergibt nachdem 70 – 80 Pulsschläge pro Minute. Der Puls ist kräftig und regelmäßig.

Sportler weisen 60 Pulsschläge pro Minute auf. Weniger als 60 Schläge sind pathologisch zu werten.

Kinder
8 Jahre = 90 – 95 Pulsschläge
4 Jahre = 100 -110 Schläge
2 Jahre = 110 – 115 Schläge

Babys
1 Jahr =    120 Schläge
Bei Kindern unter 3 Jahren ist die Pulsdiagnose nach der TCM nicht aussagekräftig, jedoch kann die Zungendiagnose eingesetzt werden.

  • Medikamente können den Puls verfälschen
  • Ein nervöser und angespannter Gemütszustand beeinflusst die Pulsdiagnose
  • Nach dem Essen und Sport sollte auf eine Pulstastung verzichtet werden
  • Während einer  Schwangerschaft ist die Pulskonstitution schwach
  • Bei untergewichtigen Patienten sind  kraftlose Pulse zu tasten.  

Vorbereitung zur Pulsdiagnose
2 Stunden vor der Untersuchung  muss der Patient Nüchtern sein. Auch das  Rauchen ist zu  unterlassen. Wasser und dünner Kräutertee sind erlaubt. Der Patient sitzt aufrecht oder liegt auf dem Rücken. Die zu untersuchende Hand wird auf einem kleinen weichen Kissen platziert. Absolute Ruhe, in  entspannter Atmosphäre, und ein hohes Maß an Konzentration des Therapeuten sind nötig damit die Pultastung exakt durchgeführt werden kann. Gespräche sind unbedingt zu vermeiden.

Durchführung der Pulsdiagnose
Der Therapeut fühlt den Puls, mit Zeige- Mittel- und Ringfinger an beiden Handgelenken. Die Organe lassen sich den Pulspositionen zuordnen.

  • Rechte Hand: Niere, Milz, Lunge
  • Linke Hand: Niere, Leber, Herz.

Getastet wird auf – Drei Ebenen

  • der Hautebene mit leichtem Druck
  • der  Muskelebene mit erhöhtem Druck
  • der Knochenebene mit verstärktem Druck immer an der radialen Seite der Handgelenke

Während der Pulstastung wird Frequenz, Tiefe, Kraft und Rhythmus des Pulses gefühlt.

Die Pulsqualitäten 
Insgesamt existieren 28 Pulsqualitäten die den Erkrankungen zugeordnet sind. 14 davon sind Praxis relevant.

Die 14 wichtigsten Pulse

  • 1. oberflächlicher Puls – langsam: Wind – Kälte – beschleunigt: Wind – Hitze   
  • 2. tiefer Puls – chronische Erkrankungen,  Yin-,  Qi- oder Blut Mangel
  • 3. schneller Puls – über 100 Schläge pro Minute – Hitze Syndrom
  • 4. langsamer Puls – unter 60 Schläge, Kälte Syndrom
  • 5.Voller Puls – Fülle-Syndrom –  Hitze im gesamten San Jiao
  • 6. Leerer Puls – Mangel Syndrom, Qi- und Blut-Mangel
  • 7. Saitenförmiger, drahtiger Puls – Leber- und Gallenblasenerkrankungen, Krankheiten durch Schleimansammlung, Schmerzen besonders im Brust- und Rippenbereich
  • 8. Schlüpfriger Puls – Nach einer Hauptmahlzeit, Schleim-/Feuchtigkeits-Syndrom, während der Schwangerschaft
  • 9. Fadenförmiger Puls oder dünner Puls  – allgemeine Erschöpfung, Zeichen von Mangel, Qi Mangel oder Yin Mangel oder Blut Mangel oder Qi und Blut Mangel zusammen.
  • 10. Überflutender Puls   Üppiges  Hitze Syndrom bzw. Yang-Fülle-Syndrom
  • 11. langer Puls – überschuss des Yang Qi, Hitze-Syndrom, Fülle Syndrom
    12. Kurzer Puls – Qi  Mangel oder Qi Stagnation, Verletzungen
  • 13. Langsamer und unregelmäßiger Puls – uuviel Yin  und Kälte-Fülle-Syndrom, Qi-, Blut- und Schleimblockaden
  • 14. Intermittierender Puls – Erschöpfung des Qi der Zang-Organe, Yang Schwäche

Die Pulsdiagnose gehört zu den Anwendungen der traditionellen chinesischen Medizin (TCM).

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